Männergesundheit
Sildenafil und Tadalafil sind verschreibungspflichtig und dürfen erst nach Ausschluss relevanter Herz-Kreislauf-Risiken und einer Nitrat-Einnahme verordnet werden. Eine Erektionsstörung ist häufig ein Frühzeichen einer Gefäßerkrankung und gehört deshalb abgeklärt. Diese Seite erklärt die Wirkstoffe, die gefährlichen Wechselwirkungen sowie die Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung.
Erektionsstörung: was dahinterstecken kann
Eine Erektionsstörung ist in den meisten Fällen keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Weil eine Erektion vom Blutfluss in kleinen Gefäßen abhängt, zeigen sich Gefäßschäden hier oft früher als am Herzen. Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Rauchen und Übergewicht sind deshalb die häufigsten Ursachen.
Daraus folgt der wichtigste Satz dieser Seite: Eine neu aufgetretene Erektionsstörung ist ein Anlass für eine Basisuntersuchung, nicht nur für eine Tablette. Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und je nach Alter der Testosteronwert gehören überprüft. Wer nur das Symptom behandelt, übersieht möglicherweise ein Risiko, das sich noch beeinflussen lässt.
Häufig sind auch nicht-organische Ursachen: Stress, Erschöpfung, Beziehungskonflikte, Depression und Leistungsdruck. Ein Hinweis darauf sind erhaltene spontane Erektionen in der Nacht oder am Morgen, während sie in der Situation ausbleiben.
Eine dritte, oft übersehene Gruppe sind Arzneimittel. Bestimmte Blutdrucksenker, Antidepressiva, Antipsychotika und Finasterid können eine Erektionsstörung auslösen oder verstärken. Bevor etwas hinzugefügt wird, lohnt der Blick auf das, was bereits eingenommen wird.
PDE-5-Hemmer: Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil
PDE-5-Hemmer verstärken die Gefäßerweiterung im Schwellkörper und erleichtern dadurch eine Erektion. Entscheidend ist ein oft missverstandener Punkt: Sie wirken nur bei sexueller Erregung. Ohne Stimulation passiert nichts, sie sind keine Auslöser.
Sildenafil wirkt vergleichsweise rasch und einige Stunden lang; die Aufnahme wird durch eine fettreiche Mahlzeit verzögert. Tadalafil wirkt deutlich länger und ist dadurch weniger an einen Zeitpunkt gebunden; es gibt es zusätzlich in einer niedrig dosierten Form zur täglichen Einnahme. Vardenafil liegt vom Wirkprofil zwischen beiden.
Typische Nebenwirkungen ergeben sich direkt aus dem Wirkmechanismus: Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase, Verdauungsbeschwerden und Schwindel. Unter Sildenafil kommen gelegentlich vorübergehende Sehstörungen mit Blaustich vor, unter Tadalafil häufiger Rückenschmerzen und Muskelschmerzen.
Sofortige ärztliche Hilfe braucht eine schmerzhafte Erektion, die länger als vier Stunden anhält; unbehandelt kann sie bleibende Schäden verursachen. Ebenso gilt das für einen plötzlichen Seh- oder Hörverlust. Die vollständige Auflistung der Nebenwirkungen steht in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.
Sildenafil oder Tadalafil: was ist der Unterschied?
Der praktische Unterschied liegt in der Wirkdauer, nicht in der Wirkstärke. Sildenafil eignet sich für die geplante Anwendung vor einem bestimmten Anlass, Tadalafil für Menschen, die sich nicht an ein enges Zeitfenster binden möchten. Tadalafil kann zudem niedrig dosiert täglich eingenommen werden, was den zeitlichen Bezug ganz auflöst.
Ein zweiter Unterschied betrifft die Einnahmesituation. Eine fettreiche Mahlzeit und Alkohol verzögern die Aufnahme von Sildenafil spürbar; bei Tadalafil spielt das eine geringere Rolle. Wer berichtet, das Präparat wirke nicht, hat es häufig nach dem Essen eingenommen oder zu kurz gewartet.
Ein dritter Punkt ist der Nutzen jenseits der Erektion: Tadalafil ist in Deutschland auch für Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung zugelassen und kann bei beiden Problemen gleichzeitig sinnvoll sein.
Beide Wirkstoffe sind verschreibungspflichtig, und beide sind als Generika verfügbar, was den Preis in der Apotheke deutlich gesenkt hat. Welcher Wirkstoff und welche Dosis passen, entscheidet der Arzt nach Vorerkrankungen und übriger Medikation. Ein Wechsel ist möglich, wenn ein Präparat nicht vertragen wird.
Gefährliche Wechselwirkungen: Nitrate und mehr
Die absolute Gegenanzeige sind Nitrate und verwandte Substanzen. Dazu gehören Nitroglycerin und Isosorbidmononitrat bei Angina pectoris, Molsidomin sowie Amylnitrit, das als Poppers konsumiert wird. Zusammen mit einem PDE-5-Hemmer kann der Blutdruck lebensbedrohlich abfallen. Diese Kombination ist verboten, nicht nur ungünstig.
Ebenfalls ausgeschlossen ist die Kombination mit Riociguat, einem Arzneimittel gegen pulmonale Hypertonie. Vorsicht gilt bei Alphablockern wie Tamsulosin und Doxazosin, weil auch hier der Blutdruck stark abfallen kann; deshalb wird zeitversetzt eingenommen und niedrig begonnen.
Der Blutspiegel steigt außerdem stark an unter bestimmten Arzneimitteln, die den Abbau in der Leber hemmen, etwa manchen HIV-Medikamenten, Antimykotika und Makrolid-Antibiotika. In diesen Fällen wird die Dosis reduziert. Grapefruitsaft kann denselben Effekt verstärken.
Gegen die Verordnung sprechen zudem ein kürzlich erlittener Herzinfarkt oder Schlaganfall, eine instabile Angina pectoris, eine schwere Herzschwäche und ein sehr niedriger Blutdruck. Genau diese Punkte prüft der Arzt vor jeder Verordnung. Deshalb ist die Verschreibungspflicht hier keine Formalie.
Ist Sildenafil rezeptfrei?
Nein. Sildenafil ist in Deutschland verschreibungspflichtig, ebenso Tadalafil und Vardenafil. In einigen anderen Ländern ist eine niedrig dosierte Form nach Beratung in der Apotheke erhältlich; in Deutschland gilt das nicht.
Der Grund ist keine Bevormundung. Die genannten Wechselwirkungen mit Nitraten können tödlich verlaufen, und eine Erektionsstörung kann das erste Zeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Wer die Tablette ohne Prüfung bekommt, verliert genau diese Warnung.
Besonders wichtig ist eine Warnung vor Bezugsquellen ohne Rezept. Bei Präparaten aus unregulierten Onlineshops und aus dem Nahrungsergänzungsbereich werden regelmäßig nicht deklarierte Wirkstoffe in unbekannter Menge nachgewiesen. Genau bei diesem Wirkstoff ist das gefährlich, weil die Betroffenen die Wechselwirkung mit ihren Herzmedikamenten nicht kennen.
Rezeptfrei sind lediglich Hilfsmittel wie Vakuumpumpen und Penisringe sowie unspezifische Nahrungsergänzungsmittel, deren Wirksamkeit nicht belegt ist.
Was legal möglich ist: die ärztliche Beurteilung Ihrer Angaben mit dem Ziel einer Verordnung. Die Verschreibungspflicht wird dabei nicht umgangen, sondern erfüllt.
Prostatavergrößerung: Tamsulosin, Finasterid und Dutasterid
Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung stehen zwei Wirkprinzipien zur Verfügung. Alphablocker wie Tamsulosin entspannen die Muskulatur am Blasenausgang und wirken innerhalb weniger Tage bis Wochen. 5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid und Dutasterid verkleinern das Drüsengewebe, brauchen dafür aber Monate. Bei ausgeprägten Befunden werden beide kombiniert; Tadalafil ist ebenfalls zugelassen.
Zu den Nebenwirkungen: Unter Tamsulosin sind Schwindel bei raschem Aufstehen und eine veränderte Ejakulation häufig. Wichtig für den Augenarzt ist das intraoperative Floppy-Iris-Syndrom bei einer Staroperation; erwähnen Sie die Einnahme deshalb vor dem Eingriff. Unter Finasterid und Dutasterid kommen sexuelle Funktionsstörungen und Brustspannen vor, die bei einem Teil der Betroffenen fortbestehen können.
Ein Punkt gehört zwingend dazu: 5-Alpha-Reduktase-Hemmer senken den PSA-Wert deutlich. Wer das bei einer späteren Kontrolle nicht berücksichtigt, kann einen auffälligen Befund übersehen. Der Ausgangswert sollte vor Therapiebeginn bekannt sein.
Vor jeder medikamentösen Behandlung steht deshalb eine urologische Abklärung, denn Blut im Urin, Harnverhalt und wiederkehrende Infekte haben andere Ursachen.
Folgerezept für Männergesundheit: Ablauf und Kosten
Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus. Wir bieten keine Videosprechstunde, kein Telefongespräch und keinen Live-Chat an; die Beurteilung erfolgt anhand Ihrer Angaben und der Unterlagen, die Sie hochladen. Der Arzt prüft insbesondere Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen, den Blutdruck, die vollständige Medikationsliste mit besonderem Blick auf Nitrate und Alphablocker sowie die bisherige Verträglichkeit.
Geeignet ist der Weg vor allem für die Weiterverordnung eines bereits ärztlich verordneten und gut vertragenen Präparats. Nicht geeignet ist er für eine erstmalige Abklärung, solange die Basisuntersuchung mit Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten nicht erfolgt ist.
Trägt die Beurteilung, entsteht ein Privatrezept, das Sie in jeder Apotheke einlösen können. Nach Paragraf 2 Absatz 1a der Arzneimittelverschreibungsverordnung steht die Verordnung eines Arztes aus einem anderen EU-Staat einer deutschen gleich. Beurteilt wird bei MEDINOW von lek. Damian Wojno, polnische Approbation, Nr. 3211301, Ärztekammer in Olsztyn.
Die Beurteilung kostet 24,90 EUR, eine vorrangige Bearbeitung zusätzlich 9,90 EUR. Die Gebühr deckt die ärztliche Beurteilung, nicht die Ausstellung eines Rezepts. Bei Ablehnung aus medizinischen Gründen erstatten wir sie; werden angeforderte Unterlagen nicht nachgereicht, gilt die Beurteilung als erbracht und die Gebühr wird nicht erstattet.
Was das Arzneimittel in der Apotheke kostet
Auf einem Privatrezept tragen Sie den vollen Apothekenpreis selbst; die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Arzneimittel gegen Erektionsstörungen grundsätzlich nicht, weil sie nach Paragraf 34 des Fünften Sozialgesetzbuchs zu den ausgeschlossenen Arzneimitteln zählen.
Der Preis hängt vom Wirkstoff, von der Dosis und vor allem von der Packungsgröße ab. Seit dem Ablauf der Patente sind Generika verfügbar, wodurch die Kosten pro Tablette bei größeren Packungen deutlich niedriger liegen als bei kleinen. Fragen Sie in der Apotheke nach dem Preis der konkreten Packung und danach, ob ein wirkstoffgleiches Generikum verfügbar ist.
Bei Arzneimitteln zur Behandlung der Prostatavergrößerung ist die Lage anders: Sie sind bei entsprechender Indikation grundsätzlich erstattungsfähig. Für ein Kassenrezept ist allerdings eine Arztpraxis im deutschen Vertragsarztsystem zuständig; wir stellen ausschließlich Privatrezepte aus.
Konkrete Beträge nennen wir hier bewusst nicht. Preise für Arzneimittel ändern sich, und die Auswahl soll nach Verträglichkeit und Wechselwirkungen erfolgen, nicht nach dem Preis. Aus demselben Grund verlinken wir keine einzelne Apotheke.
Braucht Sildenafil ein Rezept?
Ja, Sildenafil ist in Deutschland verschreibungspflichtig, ebenso Tadalafil und Vardenafil. Grund sind die möglichen schweren Wechselwirkungen mit Nitraten sowie die Tatsache, dass eine Erektionsstörung ein Frühzeichen einer Gefäßerkrankung sein kann. Präparate aus unregulierten Onlineshops enthalten regelmäßig nicht deklarierte Wirkstoffe in unbekannter Menge.
Was ist der Unterschied zu Tadalafil?
Der Unterschied liegt vor allem in der Wirkdauer. Sildenafil wirkt vergleichsweise rasch über einige Stunden und wird durch eine fettreiche Mahlzeit verzögert aufgenommen; Tadalafil wirkt deutlich länger und ist zusätzlich niedrig dosiert zur täglichen Einnahme verfügbar. Tadalafil ist außerdem für Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung zugelassen.
Welche Wechselwirkungen sind gefährlich?
Absolut ausgeschlossen ist die Kombination mit Nitraten wie Nitroglycerin und Isosorbidmononitrat, mit Molsidomin, mit Amylnitrit sowie mit Riociguat: Der Blutdruck kann lebensbedrohlich abfallen. Vorsicht gilt bei Alphablockern wie Tamsulosin. Arzneimittel, die den Abbau in der Leber hemmen, erhöhen den Wirkstoffspiegel und machen eine Dosisanpassung nötig.
Hilft Tamsulosin bei Prostatabeschwerden?
Tamsulosin entspannt die Muskulatur am Blasenausgang und bessert die Beschwerden meist innerhalb weniger Tage bis Wochen; es verkleinert die Prostata aber nicht. Dafür sind Finasterid oder Dutasterid zuständig, die Monate brauchen. Vor der Behandlung gehört eine urologische Abklärung, und der PSA-Ausgangswert sollte bekannt sein.
Was kostet die Behandlung?
Die ärztliche Beurteilung bei MEDINOW kostet 24,90 EUR, eine vorrangige Bearbeitung zusätzlich 9,90 EUR. Das Arzneimittel selbst zahlen Sie auf Privatrezept in der Apotheke; Präparate gegen Erektionsstörungen sind von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse ausgeschlossen. Der Preis hängt stark von Wirkstoff, Dosis und Packungsgröße ab.